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Aktuelles

Im Gespräch mit dem Rückenpapst

Interview mit Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer

EuPD Research Sustainable Management 
Sie sind einer der bekanntesten Ärzte Deutschlands, die BILD nennt Sie gern „Rückenpapst“ und als Autor machen Sie sich auch und immer wieder für BGM stark – warum?

Ganz einfach. Gesundheit ist unser größtes Kapital. Gesundheit entscheidet über unsere Lebensqualität, und sie entscheidet über die „Gesundheit“ eines Unternehmens. Aus langjähriger Erfahrung weiß ich: Zunehmend klagen Mitarbeiter in deutschen Betrieben über Rücken- und Gelenkschmerzen, über Verspannungen, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Magenprobleme, Kopfschmerzen oder Ermüdung. Die Ursachen dafür müssen erkannt werden und liegen nicht selten auch in den täglichen Arbeitsbedingungen. Arbeitsverdichtung, Frust bei der Arbeit, unbefriedigender Informationsaustausch, die nicht immer einfache Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Kollegen, auch zu geringer Entscheidungsspielraum – all das kann eine Rolle spielen. Dabei liegt aus meiner Sicht das Unbehagen nicht zwingend daran, dass viel Arbeit da ist, sondern, dass das Lebensgefühl oft nicht stimmt: Also die Identifikation mit der Arbeit, die Lust, Probleme zu lösen und kreative Vorschläge zu entwickeln, Ziele zu erreichen. Das Thema Gesundheit sollte in deutschen Unternehmen grundsätzlich eine größere Rolle spielen.

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Welchen Rat würden Sie Unternehmern geben?

Menschen wollen spüren, dass sie auch wirklich als Mensch wahrgenommen, geschätzt und gefördert werden und ihre Arbeit auch im wahrsten Sinne des Wortes zählt. Lust an der Arbeit ist mit Gesundheit verbunden, Frust in der Arbeit oft mit Krankheit. Neben der allgemeinen Wertschätzung, Verantwortung und Fürsorge für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten Unternehmer aber nicht vergessen, dass sich Mitarbeitergesundheit auch auszahlt. Es kann da um viel Geld gehen, bei Dauerkrankheit oder frühzeitiger Rente, auch um Knowhow-Verluste, die ein Unternehmen empfindlich treffen können. Die Arbeitsschutzüberwachung sollte Standard sein. Gut ausgebildete Gesundheitsbeauftragte und Gesundheitszirkel sind darüber hinaus nicht nur „nice to have“, sondern ein „must have“, unbezahlbar wichtig. Verantwortung übernehmen für andere – und andere Verantwortung für sich selbst übernehmen zu lassen – das gehört für mich zusammen. Es muss uns darum gehen, die Fähigkeiten zu stärken, die jedem Einzelnen helfen, mit Belastungen selbstverantwortlich umzugehen, frühzeitig Vorsorgeuntersuchungen zu nutzen und selbstständig aktiv zu werden, wenn es um den Erhalt der eigenen Gesundheit geht. Dieses Thema wird aufgrund der absehbar verlängerten Lebensarbeitszeit künftig eine immer größere Rolle spielen. Ein Gesundheits-Beauftragter oder -Zirkel kann beispielsweise Informationsveranstaltungen anbieten, Kenntnisse über gesunde Lebensweisen und gesundheitsgefährdende Faktoren vermitteln. Er kann ermuntern zu einem  gesünderen Lebensstil, Motivationstechniken aufzeigen, um Verhaltensänderungen zu unterstützen, die Wahrnehmung für die eigenen Körpersignale schulen und auf Wunsch Arbeitsplatz- und Arbeitszeitanalyse begleiten. Wichtig ist hier aber immer das Mittragen und Vorleben durch die Führungskräfte. Damit meine ich auch Vorstände und Geschäftsführer.

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In Ihrem Bestseller „Mensch bleiben“ haben Sie mal geschrieben, moderne Medizin senke die Lohnnebenkosten – wie meinten Sie das?

Nun ja, ich habe mich schon damals beispielhaft mit den erschreckenden Zahlen und der Frage auseinandergesetzt: Welche Rolle spielt eigentlich der krankheitsbedingte Produktionsausfall in der deutschen Wirtschaft? Nach den damaligen Zahlen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Deutschland gingen 2001 bei 34,8 Millionen Arbeitnehmern durchschnittlich 14,6 Kalendertage durch Arbeitsunfähigkeit verloren. Multipliziert man diese Faktoren miteinander, kommt man auf sage und schreibe 508,57 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage. Dies entspricht 1,39 Millionen Ausfalljahren (Erwerbsjahren). Für das Jahr 2001 ergab das eine durch Arbeitsunfähigkeit ausgefallene Produktionsleistung in Höhe von ca. 45 Milliarden Euro. Und das war vor 15 Jahren! Auch heute noch liegt hier ein immenses Potenzial – mehr oder weniger - brach, wenn Vorsorge und innovative, berufsbegleitende medizinische Unterstützung für Arbeitnehmer gegen Volkskrankheiten nicht eingesetzt werden. Wenn es gelingt, diese unproduktiven Kosten mit Hilfe geeigneter Maßnahmen zu reduzieren, könnten die Volkswirtschaften in nicht unerheblichem Maße entlastet werden.

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Mit Ihrer Stiftung plädieren Sie ja seit Jahren für mehr Bewegung und gesunde Ernährung für Kinder – wie sehen Sie das mit Blick auf die Unternehmenslandschaft?

Dafür plädiere ich seit Jahren: In allen Betrieben die Bereiche Sport und Gesundheit aktiv und mit Teamgeist aufzubauen. Denn Sport und Spiel fördern nicht nur Kommunikation, Wir-Gefühl und Motivation der Mitarbeiter. Bewegung ist auch der beste Schutz vor Krankheiten. Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) und Betriebliches Gesundheitsmanagement – das sind medizinische Vorsorgeuntersuchung, sicher, – das sollten aber auch Bewegungs-, Entspannungs- und Sportkurse sein. Wir bieten unseren eigenen Mitarbeitern kostenlose Trainingseinheiten im Hause an. Da wundert sich keiner, wenn der Arzt, die medizinische Fachangestellte oder die Mitarbeiterin aus der Buchhaltung morgens mit Sporttasche ins Büro und nach Feierabend zum Fitnesstraining oder Yoga geht.

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Sie haben in der Grönemeyer Medical Service GmbH ja eigens einen Fachbereich BGM – wie definieren Sie sich als Dienstleister im Zeichen der betrieblichen Gesundheit?

Ich freue mich immer, wenn Unternehmen die medizinische und gesundheitliche Betreuung ihrer Mitarbeiter ernst nehmen und nicht nur als Feigenblatt nutzen, um das Image zu pflegen. Engagierten Unternehmen bieten wir deshalb gern unsere Hilfe an. Wir kommen nicht mit Angeboten von der Stange – wir kommen mit Fragen und versuchen, im Teamwork mit den Unternehmen, die individuellen Antworten auf die jeweiligen Bedürfnisse zu finden. Grönemeyer Medizin für Unternehmen heißt auch: selbst in Bewegung bleiben – Gesicht zeigen: Beispielsweise gehen wir mit dem Grönemeyer Gesundheitsmobil und Gesundheitstagen bundesweit auf Tour und direkt zu den Firmen zur gesundheitlichen Aufklärung – hier arbeiten wir oft Hand in Hand mit Krankenkassen. Grönemeyer Medizin für Unternehmen heißt: erreichbar sein. Unsere Service-Hotline für Firmenmitarbeiter konzentriert sich auf den (vorbeugenden) Kampf gegen Rückenschmerzen. Was kann ich tun? Welche diagnostischen Verfahren und Therapien gibt es? An wen kann ich mich wenden? „Check up 360 Grad“ – das sind bei uns maßgeschneiderte ganzheitliche Vorsorgechecks für Firmenmitarbeiter. Dazu haben wir eine Servicestelle eingerichtet, die die Betreuung interessierter Mitarbeiter übernimmt. Partner des Corporate Health Awards zu werden, war für uns der nächste logische Schritt. Zum einen, um einheitliche Standards in deutschen Unternehmen nach vorn zu bringen. Zum anderen, um Unternehmen zu würdigen, die die Notwendigkeit des Handelns erkannt haben und erfolgreich umsetzen. Seit 2016 auditieren wir deshalb gemeinsam mit dem CHA Firmen und begleiten sie auch auf dem Weg zu einem erfolgreichen BGM.

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